Nordkap 2000                                               Zurück zu:  Wohnmobil-Reisen  
 

Vom 25. Juni bis 6. August 2000 unternahmen wir mit unserem Autostar Camper eine Reise an das Nordkap.

 

Unsere Route führte durch:  

 

Total waren wir 42 Tage unterwegs und legten dabei gut 10'200 Km zurück.

 

 

 

 

 

 

 

25.6.  Am Sonntag fahren wir ab, und noch in der Schweiz macht uns ein deutscher Wohnmobil-Fahrer darauf aufmerksam, dass unsere Eintrittstufe losgelöst ist und nach unten hängt.
Ueber Koblenz, Stuttgart bis Franken. Plötzlich starker Gestank im Fahrzeug, und wir merken, dass  er  vom Camper stammt. Wir halten sofort an und stellen fest, dass ein Schlauch vom Kühler zur Innenheizung leck ist. Nach gut 1 1/2 Stunden haben wir das Leck entdeckt und können es notdürftig flicken. Am nächsten Tag lassen wir durch eine Garage in Hammelburg den Schlauch ersetzten.


26.6.  Nächster Tag bis Schleswig Holstein. Uebernachtung wieder auf einer Autobahnraststätte - beide Nächte bin ich so todmüde, dass ich wie ein Stock schlafe.


27.6.  Am Dienstag nehmen wir die Fähre Travemünde - Trelleborg. Kaum Passagiere - fast nur Schweden. Wegen starkem Wind dauert die Fahrt (mit Peter Pan) eine Stunde länger.
Abends fahren wir nur noch nach Falsterbo in ein Camping am Meer. Nach dem Nachtessen Spaziergang zum Meer bei starkem und kaltem Wind.


28.6.  Fahrt hinauf nach Göteborg, Tjörn (Brücke) Orust. Gratisübernachtung im Hafen Henan, wo wir schon vor Jahren waren.


29.6.  Am nächsten Tag Lysekil (immer noch "Nacktbaden" im Schwimmbad), Fjällbacka (Ingrid Bergmann), Tanum Strand (schöne Erinnerungen, unser Hotel!), Laxsjön bis Arvika. Dem Glaskogen entlang leider Regen, Regen, Regen. Uebernachtung im Hafen Arvika.
Drink im Restaurant Brygga am Glaskogensee mit französischem Kellner, der schon 4 Jahre dort wohnt und arbeitet.

 

 


30.6.  Besuch beim Finnebäck - neuer Anstrich - schwarz mit blauen Fensterläden an unserem ehemaligen Feriendomizil - und bei unserem Badeplatz, wo sich nun ein Camping befindet. Aussichtsturm Fryksdalshöjden Richtung Mora. Wald - Wald -Wald und Moore bei starkem Wind. Wir entdecken Kraniche im Moor bei einer Brücke. In Malung Halt und Besichtigung von Lederkleidern und noch Weiterfahrt bis Mora. Uebernachtung gleicher Campingplatz wie vor Jahren mit Dusche und Haarewaschen. Nachtessen auswärts mit Pizza und Heimkehr bei heftigem Gewitter.

 

 

 

1.7.  Weiterfahrt  und Halt in Fagelsjö (Finnensiedlung), dann weiter nach Strömsund  - Wälder - Wälder - Wälder und Regen. Uebernachtung in einem kleinen Camping am See (10 Kronen/Person). Leider fast den ganzen Tag Regen, aber wunderschöner Platz am See.



 2.7.  Storuman (Markt - ein Volk!) . Tärnaby (Ingemar Stenmark). Die Landschaft hat sich geändert - nur noch kleine Bäume, meist Birken, plötzlich Berge, noch mit Schnee bedeckt. Halt bei wunderschöner Vila Kapell (Ruhekapelle). Wir suchen einen Uebernachtungsplatz, alles entweder schon besetzt oder nur ein einzelner besetzter Parkplatz, bis wir an die Riksgränse Norge gelangen und beschliessen, dort zu übernachten (grösserer Parkplatz neben Strasse, sogar mit Unterstand zum Grillieren oder Uebernachten). Es ist ganz einsam hier, der See von zum Teil noch mit Schnee bedeckten Bergen umringt. Plötzlich  Sonnenschein - eigenartige Stimmung mit Wolken und Sonne. Es ist ganz ungewöhnlich, bei dieser Helligkeit schlafen zu gehen.

 

 

3.7.  Von der Riksgränse sind wir rasch in Mo-i-Rana, das uns kalt und unfreundlich empfängt. Salt-Fjellet - dem Fluss entlang - wir erreichen Polarsirkelen.

 

Es ist etwas weniger kalt als vor Jahren, hat aber noch mehr Schnee. Nach dem Pass geht es etwas abwärts, Der Fluss wird wilder. Spaziergang über die Junkerdal-Hängebrücke. Weiterfahrt bis Fauske, wo wir vor Jahren ein Campinghäuschen am selben Campingplatz gemietet hatten.

 

 

 

 

 

 

 

 

  
 4.7.  Nach Fauske (roter Marmor) besuchen wir den Kjelvik, eine kleine alte Siedlung auf einem Aelpchen über dem Fjord. Dem Gjerdalselva-Fluss entlang nehmen wir das Mittagessen ein und sehen ganz viele Elchspuren. Es regnet und regnet, doch mittags gehen die Elche leider nicht zum Fluss.


In Hamsund besuchen wir die Büste von Knut Hamsun und fahren weiter zur Skutvik-Svolvaer-Fähre  (ca. 2 Stunden). Wir erreichen mit der Fähre die Lofoten.

Wir finden bald darauf den Kallestrand und richten uns für die Nacht ein. Es regnet und ein starker Wind bläst - auch nachts, trotzdem gibt es ausser einem deutschen Camper noch 2 kleine Zelte.


 

 

 

 

 

 

5.7.  In Kabelvag besuchen wir das Lofoten-Museum - beeindruckend dort auch die vielen Fotos, wie die Leute früher gelebt haben. Fahrt bis Mortsund, und beim Restaurant besuchen wir unsere ehemalige Gastgeberin ("Möve"). Sie ist immer noch dort, alles bestens in Stand, und die vielen Erinnerungen werden wieder wach.


 

 

 

 

 

 

 

 In Leknes am Hafen sieht Hansjörg plötzlich, dass das linke Rad kaum mehr Luft hat - zum Glück ist die nächste Garage bei der Tankstelle nicht weit, wo zwei junge Arbeiter noch Ueberzeit machen und uns den Pneu ersetzen.
In Stamsund schauen wir bei der Ankunft des Hurtigroutenschiff Richard With zu und übernachten oberhalb Leknes auf einem Rastplatz.

 

 

 

 

 

 

 

 6.7.  Am nächsten Tag fahren wir zum uns bekannten Badeplatz Haukland und machen einen Spaziergang ca. 5 km dem alten Weg entlang, entdecken einen Adler und einen Austernfischer (Vogel) und entschliessen uns, doch durch den Nappastraumen Tunnel zu fahren (NKr. 65.-).
Beim Camping in Ramberg werden wir mit der Mitternachtssonne belohnt, teilweise aus dem Camper (Kälte), teilweise direkt am Strand.









 

 

 

 

  7.7.  Am Morgen fahren wir weiter südlich bis Moskenes bei Prachtswetter (Sund - Besuch beim Kunstschmied- Fiskerimuseum), Hamnoy, und fahren wieder nordwärts bis Svolvaer (erneut Hurtigroutenschiff). Fähre Fiskebol nach Melbu (Vesteralen).
Nach ca. 10 km erreichen wir Taen Friluftsomrade und übernachten dort. Spaziergang gegen Mitternacht (Mitternachtssonne), Kormoran, das Licht und die Stimmung sind so wunderschön, dass es wieder fast unmöglich ist, ins Bett zu gehen. Es kommen immer wieder Autos, die Leute machen einen Spaziergang und fahren wieder weiter.




 

 

 

 

 

 

 

 8.7.  Morgens erwachen wir erst um 9.30 Uhr! Weiterfahrt durch Vesteralen. In Stokmarknes Halt (altes Hurtigroutenschiff Finnmarken als Museum), weiter nach Myre bis Sto. Hansjörg geht ca. 19 Uhr auf Mitternachts-Walsafari. Ca. 50 Touristen warten (Tablette geschluckt) warm eingepackt, bis das Boot endlich abfährt (dauert bis 19.45 - viele sind schon durchfroren). Ich verzichte, und bei der Abfahrt sehe ich, wie das Boot bereits mit den Wellen auf und ab reitet. Ich genieesse Dusche und Haarewaschen und die Wärme.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hansjörg ist heute morgen um ca. 3 Uhr zurückgekehrt. Zum Glück bin ich zuhause geblieben. Etliche waren nämlich seekrank (schlimm) auf der Hinfahrt gegen den Wind bei starken Wellen und auf dem Rückweg völlig erledigt. Die Potswale liessen sich auch nicht aus nächster Nähe beobachten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                       Blumen unterwegs    und     zum Trocknen aufgehängter Stockfisch.

 

 

9.7.  Am nächsten Tag Weiterfahrt, zurück bis Myre, später auf E 6 die Hügel hinauf. Wir übernachten für 50 Kronen beim Eingang Polarzoo in Bardu und geniessen abends einen langen Spaziergang dem Fluss entlang.




 

 

10.7.  Am Morgen besichtigen wir den Polarzoo - ganz grosse Gehege. Wir sichten Polarfüchse, Vielfrass, Luchse, Elch, Bären, Renntiere. Bei der Fütterung sehen wir ein ganzes Wolfsrudel mit zwei Jungen. Wir treffen auch auf das junge Paar aus Grafenried, mit denen Hansjörg die Walsafari unternommen hat.

 

 

Weiterfahrt durch's Salangsdal, dem Balsfjord entlang. Fähre Vikran - Larseng nach Tromso. Uebernachtung auf dem Universitätsgebäude Tromso, nachdem wir das Nachtessen in Tromso eingenommen und mit Kristin in Sandness telefoniert haben.




 

 

 

 

 

 

 

 11.7.  Das Wetter in Tromso wird immer besser. Hafengelände, Nordlichtplanetarium mit einer sehr interessanten Videovorführung über Polarlichter in Tromso, Eismeerkathedrale. Tromso - Stadt zur Arktis (Ronald Amundsen) - Eismeerstadt.


Weiterfahrt Fähre Breivikeidet - Svensby und Lyngseidet - Olderdalen, was eine Abkürzung von ca. 200 km bedeutet. Traumhaftes Wetter und unglaublich schöne Fährfahrten.

 

 

 

In Olderdalen am Lyngenfjord Uebernachtung auf Campingplatz und längerer, ca. 2 Stunden dauernder Spaziergang zum Meer. Altes Ford der Deutschen, viele Elchspuren und Vögel.
Ein grosser Vogel greift ein Junges einer kleineren Vogelart an, danach heftige Abwehr der Eltern. Ich versuche, ihn zu verscheuchen. Auch die Möven machen einen Riesenspektakel.


12.7.  Ueber Pass Gildetun (sehr heftiger Wind). In Altafjord sehen wir die ersten Renntiere. Besuch der Felsbilder in Alta, was uns sehr beeindruckt. Durch die endlose Tundra, Altaelva entlang (lachsreichster Fluss der Welt!), Lappensiedlung mit Samenkapelle in Aisaroaivi (sieht abends ausgestorben aus). Uebernachtung am Picknickplatz am Fluss .

 

 

 

 

 

 

 

 

 13.7.  Weiterfahrt dem riesigen Porsangen-Fjord (4. grösster Fjord Norwegens) entlang, durch
den Nordkap-Tunnel, Honningsvag (sehr warm) zum Nordkap.

                                                                                                                                                                         

 

 

 

                                                                                                                               

                                                                                                                                                           Honningsvag ->

 

Uebernachten an vorderster Front der Camper. Sonne und Wärme - kaum zu glauben. Ueberraschungsapèro mit Champagner und Lachsbrötchen von Hansjörg! Erst später treffen die vielen Cars ein - viele Leute ! Die Stimmung ist einmalig - wir gehen erst um 1.30 Uhr in's Bett.



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     <- Nordkap-Denkmal tagsüber. ->

 

 

 

 

Unten Denkmal um Mitternacht mit hunderten von Touristen.

 

 

 

    

 

 

  

 

14.7.  Nach langem Ausschlafen sehen wir uns den Nordkap-Videofilm an. Sehr eindrucksvoll gemacht. Habe noch nie etwas so Eindrückliches gesehen. Weiterfahrt nach Honningsvag. Wieder viele Renntiere. Da es sehr warm ist, liegen viele auf den Schneefeldern. Es hat erstaunlich viele weisse Renntiere. Die Tundra ist sehr eindrücklich, was da trotz der Kargheit alles wächst.

Erneut Halt in Honningsvag - riesige Kreuzfahrtschiffe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fahrt nach Skarsvag - Wanderung zum Kirkeporten (durch eine "Felsbrücke" Sicht auf's Nordkap). Plötzlich entdecke ich auf dem Felsen am Fjord unten einen schwarzen Nerz am 'Sünnele'

 

 

 

Rückfahrt dem Porsangen-Fjord entlang und dann Richtung Hammerfest. Bei Kvalsund fliegt plötzlich ein riesiger dunkelbrauner Vogel (Habicht - Adler ?) im Sturzflug vorne an unseren Alkofen (Schlafzimmer). Als wir anhalten, sehen wir eine Beule vorne am Alkoven. Es hat fast so ausgesehen, als ob er Selbstmord begehen wollte.
Oberhalb von Hammerfest Campingplatz. Erste Wäsche. Am Abend sehen wir uns von dort aus die Mitternachtsonne an mit einigen älteren Norweger/innen. Nachts heftiger Wind - unser Camper wird geschüttelt.


15.7.  Morgens Dusche und Haarewaschen. Wir besichtigen Hammerfest und wieder das Hurtigroutenschiff. Beim Ratshaus ein Fest - und ich schreibe mich ein für den Jentespranget um ca. 17.00 Uhr (Frauenlauf). Es ist unheimlich warm. Erst um 17.30 Start, zuerst etwas durch die Stadt und dann rund um einen kleinen See. Die ersten paar Frauen rennen los, und ich folge quasi allein, bevor der Rest (auch ältere Frauen, Kinder, sogar mit Kinderwagen) folgt. Zum Glück ist noch eine junge Norwegerin in meiner Nähe, doch bei der 3. Steigung kommt sie nicht mehr nach, und ich muss einige Male Zuschauer fragen, wo es weiter geht. Ich renne ganz allein durch's Ziel (8. oder 9.). Ein junger Norweger ist am Ziel (Mal) und hängt mir eine Medaille um. Die Zeit wird nicht gemessen - alles aus Spass, den ich habe und ausserdem ein gutes Jogging-Training.

 

 

 

 <- Hammerfest

 

 

 

 

Nachher noch Besichtigung des Meridian Denkmals (erste internationale Messung der Grösse der Erde 1816 - 1852). Weiterfahrt Richtung Osten und Uebernachtung auf Halbinselchen Vlines.


16.7.  Morgens besuchen wir das Museum über Finnmark, was sehr interessant ist. Wir können dabei feststellen, dass es beim Kirkeporten in der Nähe vom Nordkap sicher ein schwarzer Nerz war.
Weiterfahrt dem Fluss Stabburselva entlang; nach Lakselv Renntierschild 35 km!,  einsame Gegend; bei Tana Bru sehen wir grosse Sanddünen. Fahrt dem Varangerfjord entlang. Da die Meer-Samen zweisprachig sind, lesen wir sämtliche Ortsschilder auch in Samisch.
Auf einem Rastplatz am Fjord übernachten wir und müssen uns beim kleinen Spaziergang an's Meer von den Mücken schützen und entdecken noch ein Kadaver von einem jungen Renntier.


17.7.  Weiterfahrt bis Skoltefossen, wo wir die Lachse die Stromschnellen hinauf springen sehen. Wir lesen nachher in der Zeitung, dass dies die ersten Lachse dieser Saison sind. Der Fluss ist voller Fischer. Später kommen wir zuerst in ein Militärgebiet (inkl. Flugplatz), bevor wir in Kirkenes ankommen. Zuerst besuchen wir das Grenzlandmuseum, das sehr beeindruckend ist, vor allem auch die Kriegserzählungen der Kinder und die Gedichte der Soldaten. Ich entdecke den Samenkünstler John A. Savio und kaufe mir dort in seinem Museum einige Karten mit Holzdrucken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kirkenes selbst ist ein eher deprimierendes "Kaff" mit trostlosem Hafen (verrostete russ. Frachter und Russen unterwegs, die leere Büchsen aus dem Abfall sammeln).

Am Abend erklimmen wir noch die Höhe oberhalb vom Campingplatz, der vor Kirkenes liegt.


 

18.7. Am Morgen fahren wir ca. 50 km durch ganz einsames Bergland zur Grenze Jakobselv  an der russischen Grenze. Wir beobachten einen russischen Wachtturm mit zwei Soldaten (mit Feldstecher aus dem Camper, da verboten). Einige einsame Höfe dem Fluss entlang, der die Grenze Norwegen/Russland bildet. Besichtigung der Kapelle König Oscar II.
Weiterfahrt bis zu einem Strand mit einigen Fischerbooten. Wir sichten ein wunderschönes Renntier mit grossem Geweih, das am Strand durch den Sand läuft. Später entdecke ich es auf einem Hügel und erklimme ihn ebenfalls halbwegs, um das Renntier zu fotografieren.


 

 

 

 

 

 

 

 

Wir entdecken auch sibirischen Schnittlauch und fahren dann zurück nach Kirkenes bis Skoltefossen und durchfahren kurz nachher die Grenze zu Finnland.

 

 

Die Strasse läuft durch einsames Waldgebiet, hie und da sind Renntiere auf der Strasse. Beim Sevettijärvi (See) gehen wir auf ein Camping und erleben dort die Mücken pur! Die ganze Nacht ein schauriger Gesang der Mücken, sie setzen sich überall an, saugen an den Scheiben und warten auf ein Opfer. Die ganze Nacht sind wir am Mückentöten trotz Moskitonetz, bis wir gegen Morgen endlich entdecken, wo sie alle überall noch Durchschlupf finden und wir alles zustopfen können. 


19.7.  Am nächsten Morgen mit Regenjacke, Kapuze, langen Hosen und Stiefeln trotz Wärme zum Duschen! Es wird immer wärmer, und wir fahren wie Gefangene weiter durch Finnisch-Lappland, ohne den Camper zu verlassen.
Erst in Inari können wir aussteigen, weil ein Wind weht und die Mücken etwas vertreibt. Wir besuchen das Samen-Museum, wobei ich bei einem Unterstand hineinsehen will und mir plötzlich ein Renntier entgegentritt, das dort Unterschlupf gefunden hat. Wir wissen nicht, wer von uns beiden (Renntier und ich) mehr erschrocken ist. Das Nordlappland Naturzentrum, das angeschlossen ist, finden wir hochinteressant. Jede Jahreszeit - die Pflanzen, Tiere, die Natur usw. alles sehr ausführlich dokumentiert, sogar mit kleinen Videofilms, z.B. wie die Samen jagen usw.


 

 

 

 

 

 

 

Die Weiterfahrt wird immer wieder durch Renntiere unterbrochen. Bei Ivalo sind viele Renntiere auf einem Kreisel, die dort im Sand etwas Kühlung von der Hitze suchen. Es ist nämlich bereits 27 °!!! Ca. 200 km vor Rovanjemi Uebernachtung auf einem Parkplatz.

20.7. Eintönige, stets gleichbleibende Waldlandschaft. Weiterfahrt bis zum Polarkreis, dem das Santa Claus Village angeschlossen ist. Wir sind sehr enttäuscht - es ist alles auf Geld getrimmt. Nicht einmal die vielen Shops interessieren mich bei dieser Hitze. Wir schreiben schnell noch einige Karten, um den speziellen Weihnachtsmann-Stempel zu erhalten. Ein Briefkasten steht für Briefe, die erst kurz vor Weihnachten eintreffen sollen. So haben wir uns den Polarkreis nicht vorgestellt. Weiterfahrt bis Räihä, wo wir auf einem Camping übernachten, da es sonst überhaupt keine Uebernachtungsplätze hat. Er liegt an einem Fluss und an der Eisenbahnlinie.


21.7.  Wir fahren bis Kemi an's Meer und können dort an einem Camping beim Hafen endlich Wasser tanken. Wir besichtigen den Sampo-Eisbrecher, der 30 Jahre im Einsatz war und jetzt für den Tourismus genutzt wird. Im Winter 4 std. Fahrt durch's Packeis (kann durch bis 8 m dicke Eisdecke fahren), im Sommer als Restaurant. Einkauf in Kemi (tolle Läden mit Esswaren) und Weiterfahrt bis über die schwedische Grenze.
Wir fühlen uns in Schweden sofort wieder heimischer - die Sprache und die Mentalität der Finnen ist uns ganz fremd. Nach Kalix fahren wir auf eine Halbinsel hinaus bis Störon Badeplatz. Viele Leute am Strand. Sie haben ein Fest anlässlich eines Wettfischens (Kustruset Gold Fiske). Bei einem kleinen Spaziergang sehen wir ein Zelt und hören Musik. Bei Bygdegard ist Tanz, viele Menschen stehen dort herum, sind am Bier Trinken und am Tanzen. Der Abend ist umwerfend schön. Wir tanzen bis um ca. 1 Uhr morgens, nachdem wir kurz nach 11 Uhr noch zum Camper zurückgekehrt sind, um lange Hosen anzuziehen (mehr der Mücken wegen). Der Himmel ist noch um 1 Uhr morgens hell und gegen Norden fast violett - kaum zu glauben!



 

 

 

 

 

 

22.7.  Am nächsten Morgen kommen die Leute samt Kind und Kegel an den Badeplatz; das Meer ist warm, zwar nur beinhoch Wasser bis weit draussen. Wir geniessen noch ein wenig das schöne Sommerwetter an diesem Strand, bevor wir weiterfahren bis Lulea, wo wir durch's Einkaufsparadies schlendern und die vielen meist jungen Leute beobachten. Wir beschliessen, die Schnellstrasse zu verlassen und fahren Richtung Norden. Die Landschaft gefällt uns sofort wieder viel besser - sehr abwechslungsreich (Wald, Moore, kleine Hügel), wie wir sie gewohnt sind. Wieder nach Lappland, diesmal in Schweden. Kurz vor Arvitsjaur (die Gemeinde fängt übrigens ca. 50 km vor der Ortschaft an) übernachten wir auf einem Rastplatz an einem Seeauslauf.


23.7.  Am Morgen fahren wir nach Arvidsjaur und besuchen die Lappenstaden. Sie sind geschlossen,  und eine Führung findet erst um 5 Uhr statt. Wir fahren weiter nordwärts, besuchen in Moskosel gratis das Eisenbahnmuseum und fahren bis zum Piteälven, den wir noch von unserer Reise auf die Lofoten her kennen. Es fliesst sehr viel Wasser hinunter. Wir trinken noch einen Kaffe und kehren dann um Richtung Süden.

 

 

 

 


 

 

 

Nach Arvidsjaur überrascht uns ein heftiges Gewitter. Wir finden einen Rastplatz, der zu einem kleinen See hin liegt und sind die einzigen dort. Eine Gruppe Renntiere kommt beim Nachtessen bis zu unserem Camper, aber sie ziehen sofort weiter, als sie uns sehen. Auf unserem Abendspaziergang in Regenkleidung sehen wir einen wunderschönen Elch mit riesigem Geweih, den wir mit unserem Feldstecher beobachten können.


24.7.  Weiterfahrt bei bedecktem Himmel durch die schöne Landschaft. Bei Oerträsk fahren wir mit der Seilbahn ca. 2 Stunden die 13,6 km lange Strecke. Früher wurde damit Erz transportiert. Wir gondeln über Wälder, Moore, Flüsschen und Seen und werden in Ytterberg mit dem Bus abgeholt. Es fängt wieder zu regnen an. In Asele direkt am Angermanälven übernachten wir auf dem Campingplatz.

 


25.7.  Auf der Weiterfahrt halten wir in Junsele und besuchen gratis einen Tierpark. Wir sind die einzigen Nicht-Schweden. Wir sehen Kamele, Strausse usw., was uns ganz eigenartig vorkommt. Nachher gehen wir noch zu Fuss auf den Skihügel und geniessen die Aussicht.
Wir sehen uns Solleftea an (mit Musik im Park) und übernachten auf einem Parkplatz bei Hegum am Faxälven.



26.7.  Wir fahren durch Jämtland und sehen, dass alle Seen und Flüsse platschvoll sind. In der Zeitung lesen wir von schlimmen Ueberschwemmungen in diesem Gebiet.

In Rätan übernachten wir auf einem Campingplatz direkt am See (Schwimmbad, Sauna und warmer Dusche gratis), und es hat kaum Leute.

 

 

 

 

 Am nächsten Tag merken wir, dass wir auf der Hinfahrt schon bei Rätan vorbeigefahren sind. Nach dem Nachtessen fängt ein Schwede ein Gespräch mit uns an, und Arald lädt uns ein, sein altes schwedisches Haus zu besuchen. Er ist geschieden, kann gut Sprachen und ist sicher ein Original. Nach einem Whisky (die "gnädige Frau" trinkt zwar keinen) kehren wir wieder nach Hause zurück.


27.7.  Wir fahren weiter durch Berg- und Skigebiet, durch Vemdalen, nahe der norwegischen Grenze, bei Schwedens höchstgelegener Ortschaft Högalen (830 m ü.M.) vorbei und erreichen Dalarne.

 

Weiterfahrt bis Idre und zurück, und vor Särna entdecken wir unseren nördlichsten Uebernachtungsplatz bei unserer ersten Camperreise. Leider ist er schon besetzt. Mit einiger Mühe (es hat viele Camper und Wohnwagen) finden wir einen nahegelegenen Uebernachtungsplatz am Västerdalälven im Wald mit Sicht auf den Fluss, der schon oft von Elchen besucht wurde. Wir sind die einzigen auf diesem Platz und machen noch ein Feuer.



 

 

28.7.  Zuerst besuchen wir Särna, die alte Kirche, nachher Aussichtsturm Mickeltemplet wie vor Jahren (mit grossartiger Weitsicht). Bei Sälen sehen wir uns das Startgelände vom Vasaloppet an (K. Hallenbarder Gewinner 1983), fahren dem Klarälven entlang, entdecken in Limedsforsen wieder das beheizte Schwimmbad, wo wir damals übernachtet haben, weiter Richtung Malung, Ekshärad (lauter Erinnerungen den ganzen Tag).
Am Klarälven übernachten wir auf einem Platz vis-à-vis der Endstation der Flussfahrten mit Flosse. Am nächsten Morgen besichtigen wir noch diese "Wildmarkstation" für die Flosse.

29.7.  Fahrt nach Munkfors, Ransäter. Wir besuchen Hembydsgarden, wo aber eine internationale Hundeausstellung stattfindet. Wir sind wieder einmal die einzigen Nichtschweden.
Weiterfahrt via Karlstadt, Amal, Ed (zweites Mal auf dieser Reise, wo wir die Spritzkanne zum Wassereinfüllen gekauft haben) und fahren "unserem" Laxsjön entlang und erreichen abends nach Tannumhede Grebbestad. Heute sehen wir wieder Wolken am Himmel (bei 25° Wärme), was besser zu Schweden passt als stahlblauer wolkenloser Himmel.
In Grebbestad ist das Camping voll belegt. Wir fahren weiter zur nächsten Bucht. Nach dem Nachtessen erklimmen wir den Hügel und blicken durch die Schären bei Sonnenuntergang auf's Meer hinaus.


 30.7.  Wir schlendern durch Grebbestad und fahren wieder an den Tanum Strand, wo wir dem Meer entlang spazieren. Diesmal sind die Schweden am Baden, und die Kinder fischen kleine Krabben.

 

Weiterfahrt nach Smögen, das voller Touristen ist. Es hat auch viele Boote und Jachten. Die Leute geniessen die Sonne und sind ebenfalls am Lädelen. Hansjörg isst endlich einmal frische Krabben.
Bei Kungshamn übernachten wir und spazieren abends zum nächsten Ort Vajern, wo jedoch alles wie ausgestorben ist.


 

31.7.  Am Montagmorgen fahren wir nach Kungshamn. Am Bootshafen ist ein Kommen und Gehen der Boote - alles kauft ein, wir auch.
Wir nehmen wieder die Gratisfähre nach Bokenäs, und in Henan parkieren wir im Hafen, wo wir auf unserer Hinreise schon übernachtet haben. Diesmal hat's bedeutend mehr Leute.
Wir trinken unser "obligates" Kaffee vor der Brücke Tjörn und halten erst in Göteborg am Hafen. Die Fähre nach Kiel ist leider sehr teuer - wir fahren daher weiter und übernachten am "Silver Lyckans"-Camping in Fjärnas. Der Himmel ist bedeckt, und daher ist es schon früh richtig dunkel.


 1.8.  Wieder einmal 1. August in Schweden! Wir fahren bis Varberg und buchen die Fähre nach Grena (DK). Unsere Euro-Card wir nicht akzeptiert. Wir spazieren darauf in's Zentrum und fragen bei einer Bank, die die Karte gleich behält - nicht mehr gültig - und sie  uns nicht mehr aushändigen darf. Erst später kommen wir endlich durch mit dem Telefon zu der Eurocardinformation. Im Juni wurden neue Karten geschickt, die die alten (noch gültigen!) Karten ersetzen und ab 1. August gültig sind. Da wir bereits im Juni abgefahren sind, haben wir diese Karte nicht mehr erhalten. Unsere schlimmsten Befürchtungen erwiesen sich zum Glück als nicht berechtigt (Kartenmissbrauch). Wir schlendern noch etwas durch Varberg, und ich entdecke endlich einen Laden mit Stickereien und kaufe mir eine zum Sticken.


Es fängt zu regnen an (wie aus Kübeln). Wir sehen am Hafen die Kaltbadeanstalt (die Leute schwimmen zwischen den Pfählen im Meer, Männer und Frauen getrennt) und essen dort noch warme Waffeln zu Kaffee, was wir schon seit Tagen gesucht und nie gefunden haben.

Um 17 Uhr nehmen wir die 4stündige Fähre, und plötzlich kommt doch noch die Sonne hervor und bereitet uns eine schöne Fahrt. Wir übernachten direkt nach Grena auf einem Camping.

 

 

2.8.  Weiterfahrt nach Arhus (voller Leute am Einkaufen, was fast beängstigend auf mich wirkt). Horsens nach Arosund, wo wir direkt am Meer als "quick stop" günstig einen Campingplatz beziehen. Nach dem Nachtessen (draussen an der Sonne !) spazieren wir dem Meer entlang nach Arosund Hafen und zurück.


 3.8.  Weiterfahrt durch Dänemark (Felder, Kühe, Landwirtschaft und ab und zu kleine Orte) nach Flensburg. Wir schlendern durch die Altstadt und lassen uns immer wieder durch Regenschauer überraschen.
Durch Schleswig fahren wir auf Nebenstrassen weiter nach Hamburg und übernachten beim Eingang (für Camper - Parkplätze) Vergnügungspark Heide in Soltau (Lüneburger Heide) für 4 DM. Wir sind sicher die einzigen dort, die am nächsten Tag den Park nicht besuchen.


 4.8.  Weiterfahrt nach Celle. Wir schlendern wieder durch die Altstadt, die uns viel grösser erscheint als vor Jahren.
Auf der Autobahn bis nach Fulda. Wir übernachten im kleinen Camping Birkenrain in Heubach im Rhön-Gebiet, wo wir im einzigen Landgasthof speisen und anschliessend noch einen Spaziergang gegen den Skihügel  machen.


 5.8.  Weiterfahrt Autobahn bis nach Würzburg. Besuch im Bad Mergentheim an der romantischen Strasse an der Tauber. 1791 wohnte dort Beehoven und war als Bratschist im dortigen Orchester tätig. Wir essen eine Pizza, beobachten die Leute (wieder Hochzeiten wie tags zuvor in Celle, wo die Ziviltrauungen beim Ratshaus durchgeführt wurden). Bei einem Wolkenbruch kehren wir zum Camper zurück und fahren weiter Richtung Stuttgart - Donaueschingen.
Es regnet meist, ist unfreundlich. Wir beschliessen, doch noch eine Nacht unterwegs zu verbringen und finden einen kleinen Campingplatz bei Stuhlingen. Es regnet und regnet, und ich bin froh, morgen (wenn alles klappt) wieder zuhause zu sein.


 6.8.  Weiterfahrt wieder via Waldshut, Baden, Einkauf Autobahnraststätte Würenlos, Kirchberg - Boll. Sabine und Cony sind beide zuhause und erwarten uns.

 

 

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